Baum des Jahres 2023

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Hart im Nehmen – Moorbirke ist Baum des Jahres 2023

Um auf ihre besonderen Fähigkeiten aufmerksam zu machen, wurde die Moorbirke von der „Baum des Jahres – Dr. Silvius-Wodarz-Stiftung“ zum Baum des Jahres 2023 gewählt. Die Moorbirke (Betula pubescens), wegen ihres weichen Flaums auch Haarbirke genannt, ist als typische Pionierart darauf spezialisiert, neu entstandene Lebensräume zu erobern.

Zwar toleriert sie starke Fröste bis zu Temperaturen von minus 40 Grad Celsius, ist aber zugleich auf viel Sonnenlicht angewiesen. Auch zeitweise Überflutungen erträgt sie gut und durch ihr Herzwurzelsystem trotzt sie starken Winden. Sie ist in Mittel- und Nordeuropa, Russland und Asien verbreitet und gilt als nördlichster Baum Europas.

 

Die Moorbirke kann bis zu 150 Jahre alt werden und im Flachland eine Höhe von 30 Metern erreichen. In der Nähe der Baumgrenze, etwa in den Alpen oder in Lappland, wächst sie jedoch nur als niedriger Strauch. Im Unterschied zur Sandbirke ist die glatte Borke bei der Moorbirke anfangs dunkel rötlich-braun gefärbt und wird erst mit zunehmendem Alter heller und schließlich gräulich-weiß. Ihre jungen, rotbraunen Triebe sind im Gegensatz zu denen der Sandbirke mit Härchen besetzt, die sie jedoch später teilweise wieder verliert. Junge Laubblätter von Betula pubescens duften aromatisch und sind ebenfalls - besonders entlang der Blattadern - flaumig behaart. Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert.

„Die Moorbirke ist jedoch nicht nur ein Pionier, sie ist auch eine Waldbaumart, die auf Moorstandorten die natürliche Waldgesellschaft bildet“, betont Dr. Peter Pröbstle, Leiter der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF). In der Tundra Skandinaviens ist es die am weitesten verbreitete Baumart. „Nasse Moor- und Bruchwälder mit Moorbirken sind sehr artenreich und zudem gut für den Moor- und Klimaschutz“, so Dr. Pröbstle. Mehr als zweihundert Tierarten und Pilze leben ausschließlich an Birken und in Birkenwäldern, darunter europaweit geschützte Arten wie Birkenmaus und Birkhuhn.

Moor- und Sandbirke eignen sich in der Forstwirtschaft auch hervorragend als sogenannter Vorwald auf größeren Kahlflächen nach Sturmwurf oder Borkenkäferschäden. Sind die Birken einige Jahre alt, bieten sie nachfolgenden Baumarten Schutz gegen Frost oder Wind und verhindern eine zu starke Vergrasung des Waldbodens. Eine einzelne Moorbirke kann pro Jahr bis zu 4 kg Samen produzieren, das sind 16 Millionen einzelnen Samenkörnchen. Da die Birkensamen sehr leicht sind, können sie mit dem Wind weit verbreitet werden und so Freiflächen sehr rasch besiedeln.

Alle Birken gehören, neben den Weiden, zu den Überlebensspezialisten unserer heimischen Baumarten und leiteten die Wiederbewaldung Mitteleuropas nach der Eiszeit ein. Der Moorbirke gelang es dabei von Mitteleuropa bis weit nach Norden und in alpine Regionen vorzudringen. Sie kommt auf sauren, feuchten bis nassen und kalten Böden mit geringer Nährstoffversorgung sehr gut zurecht, wie Moore, aber auch Blockhalden der Mittelgebirge. Kalkreiche Standorte meidet sie jedoch. Die Moorbirke ist insgesamt noch anspruchsloser als die viel weiter verbreitete Sand- oder Hänge-Birke (Betula pendula), die sich ebenfalls als Pionier auf den trockeneren Flächen ausbreitet.

Das Birkenholz ist fast weiß und ohne Maserung. Es lässt sich sehr gut glätten und eignet sich gut für den Möbelbau. Da es wenig resistent gegen Witterungseinflüsse ist, kann es jedoch nur im Innenbereich eingesetzt werden. Das Holz aller Birken ist auch ein beliebtes Brennholz. Moorbirkenblätter werden seit jeher in der Volksmedizin verwendet. Wegen ihrer salz- und wasserausscheidenden Wirkung wird Tee aus Moorbirke bei Nieren- und Harnwegsbeschwerden aber auch bei Gicht- und Rheumabeschwerden verwendet. Haarwasser aus dem Wasser der Birkenrinde soll gegen Haarausfall und Schuppen wirken.

Hintergrundinformationen und weiterführende Links zum Thema:

Die Moorbirke (Betula pubescens)

Pressekontakt:
Dirk Schmechel
Tel.: +49 8161 4591-801

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