Angeregt durch das Buch "Spurensuche" von Ewald Haller (Breiniger Heimatblatt Band 10), organisierte unsere Wanderwartin für interessierte Vereinsmitglieder, insbesondere für die Senioren, einen Besuch in der Synagoge Aachen.

Die erste Aachener Synagoge wurde im Jahre 1862 erbaut und in der Reichsprogromnacht 9./10.11.1938 durch ein angelegtes Feuer vollkommen zerstört. Die wenigen den Holocaust überlebenden Aachener Gemeindemitglieder nutzten ab 1957 ein umgebautes Patrizierhaus in der Oppenhoffalle.Die Gemeinde wucs in den letzten Jahrzehnten durch Zuzug u.a. von jüdischen Immigranten auch aus Osteuropa auf mehr als 1440 Mitglieder an, so dass ein neues Gebetshaus notwendig wurde. Der von dem Architekten Alfred Jacoby entworfene zylindrische Kuppelbau wurde an historischer Stelle am 18. Mai 1995 eingeweiht. Er erinnert in seiner Farbigkeit, seiner Inschrift über dem Eingang, seiner Flächengliederung wie dem Kontrast zwischen zentraler rechteckiger Glasfläche einerseits und den seitlichen schmalvertikalen Scharten andererseits an die 1938 zerstörte Synagoge von 1862.

Geführt von Frau Elgourt erhielten die 25 Teilnehmer eine kurze Einführung in die Geschichte der jüdischen Gemeinde Aachen, die wesentlichen Grundlagen des jüdischen Glaubens, in Inhalt und Bedeutung der Thora und Erklärungen zur Symbolik der im Gottesdienst benutzten Kultgegenstände. Die Gruppe zeigte reges Interesse und stellte viele Fragen. Neugierig geworden würden einige Teilnehmer aus unserer Gruppe gerne einmal einen jüdischen Gottesdienst mitfeiern, was nach Voranmeldung durchaus möglich ist.

Bei Kaffee und Kuchen wurde in einem Aachener Lokal weiter angeregt über das Thema diskutiert.